Iran – Christen unter staatlicher Verfolgung
„Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn, wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ (2. Korinther 12,10)
Dieser Bibelvers ist für Christen im Iran eine Realität. So erlebt auch Roya* Verfolgung aufgrund ihres Glaubens. Durch eine christliche Sendung änderte sie ihr Leben, um Jesus nachzufolgen und kehrte ihrer muslimischen Herkunft den Rücken zu.
Der Iran ist offiziell zu 98% muslimisch geprägt. Christen bilden eine Minderheit. Vor allem christliche Frauen, die vom Islam zum Christentum konvertieren, sind der Verfolgung durch strengste Überwachung und Isolierung vonseiten ihrer Familie ausgeliefert. Den Glauben öffentlich zu leben oder auch schon der kleinste Hinweis auf Glaubensaktivitäten, wie ein Bibelvers in einem Notizbuch, führen zu Unterdrückung und auch immer wieder zu Haftstrafen über viele Jahre hinweg. Einige Christen haben auch Weihnachten letzten Jahres im Gefängnis verbracht, wo sie Misshandlungen, Folter und schlechte medizinische Versorgung erleiden mussten.
Der Tod der 22-jährigen Mahsa Jina Amini, die aufgrund eines angeblichen Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht verhaftet wurde, führte damals zu Aufständen unter dem Motto: „Frau, Leben, Freiheit“ im gesamten Iran, die durch die Regierung gewaltsam niedergeschlagen wurden. Genauso haben auch die aktuell zurückliegenden Proteste gegen die Regierung zu Festnahmen und Gewalt gegen die Protestierenden geführt. Die Reaktion der Christen im Land sieht unterschiedlich aus. Einige junge Christen haben sich aktiv daran beteiligt und sich wie so viele andere in Lebensgefahr gebracht. Andere Christen beten und fasten und weitere versorgen die verletzten Demonstranten, um Jesu Liebe im Leiden weiterzutragen.
Nach den Gewaltausschreitungen vonseiten der Regierung stellen viele Muslime den Islam in Frage und haben Sinnfragen, so auch Roya. Nach Jahren des Suchens nach dem Sinn des Lebens und Koranstudien, ohne Antworten zu erhalten, ist sie in eine tiefe Krise gestürzt. Ihr Mann war untreu und sie selbst kämpfte mit ihrer Kinderlosigkeit. Doch als sie Jesu annahm, bekannte sie: „Nach fast 20 Jahren Depression erfüllte mich eine Freude, die anders war als alles, was ich je gekannt oder gefühlt hatte. (…) Ich war frei.“
Ihre Entscheidung für Jesus erfüllte sie mit neuer Hoffnung und sogar ihr Ehemann und ihre Nachbarn nahmen Jesus in ihr Leben auf. Roya gründete eine Hausgemeinde, die immer größer wurde. Jedoch üben die Behörden starken Druck auf sie aus, sodass sie in ständiger unmittelbarer Gefahr leben. „Je größer der Druck wurde, desto mehr Menschen kamen zum Glauben.“ berichtet Roya. Sie und ihr Mann wurden zu Verhören vorgeladen, in denen ihr Wille und Glaube an Jesus gebrochen werden sollte. Inmitten ihrer Schwachheit bekannte Roya: „Wenn das Leben leicht ist, vergessen wir, wie sehr wir ihn brauchen (…) aber das Leiden bringt uns ihm näher und lehrt uns, in seinem Frieden zu ruhen.“
*Name geändert
Gebetsanliegen
- Bitte betet, dass die Christen im Iran diesen Frieden erfahren und ihr Glaube in der Verfolgung standhaft bleibt!
- Bitte betet, dass zu Unrecht Gefangene frei gelassen und die Anklagen fallen gelassen werden!
- Bitte betet für die Verfolger, dass sie Jesus kennenlernen!
- Bitte betet für gute Veränderungen in der Politik, dass Gesetze die zu Bestrafungen der Christen führen, aufgehoben und reformiert werden!
- Bitte betet, dass Muslime auf ihrer Sinnsuche zu Jesus finden!
