Ein Abschied ist kein Ende

Liebe Gemeinde!

Wer in Gießen lebt, muss mit Abschieden leben. Insbesondere für Studierende ist Gießen oft nur eine Zwischenstation. Sie bleiben häufig für drei bis fünf Jahre und ziehen dann weiter. Die Kirche im Südviertel ist stark von dieser Realität geprägt, und die letzten Monate waren vielleicht die „abschiedsreichsten“ unserer bisherigen Gemeindegeschichte. Verabschiedungen und Aussendungen sind kein seltenes Element unserer Gottesdienste – mittlerweile gibt es in der Gemeindeleitung sogar zwei Personen, die eigens mit der Aufgabe betraut sind, diese zu koordinieren.

Verabschiedungen sind immer etwas Trauriges: Menschen, die unsere Gemeinde mit ihrer Zeit, ihren Gaben, ihren Ressourcen bereichert und unsere Gemeinschaft geprägt haben, tun das in Zukunft nicht mehr. Und gerade die Kontakte zu den Nachbarn oder Kommilitoninnen im Gießener Südviertel, die Jesus nicht kennen, brechen oft einfach ab. Eben durch diese Kontakte und Beziehungen wollen wir als Gemeinde ja das Evangelium bezeugen – das ist eine echte Herausforderung.

Trotzdem betrachten wir die vielen Abschiede, die wir erleben, auch aus einer hoffnungsvollen Perspektive.  Denn die Erfahrung, Teil der Kirche im Südviertel gewesen zu sein, geht nicht spurlos an den Verabschiedeten vorüber. Vielmehr tragen sie das Anliegen, ihre Nachbarinnen oder Kollegen auch in Zukunft durch authentische Beziehungen mit Jesus und christlicher Gemeinschaft bekannt zu machen, mit sich zur nächsten Station auf ihrem Lebensweg.
Deswegen gibt es manche Abschiede, die wir als Gemeinde bewusst als Aussendung gestalten. Letzten Sonntag haben wir zum Beispiel ein Ehepaar ausgesendet, das im Januar eine Trainee-Zeit in einer FeG-Gemeinde in Cottbus beginnt. Dort in Ostdeutschland werden sie noch stärker als in Gießen von Menschen umgeben sein, die noch nie in ihrem Leben mit dem christlichen Glauben in Kontakt gekommen sind. Die Erfahrungen, die sie in unserer Gemeinde sammeln durften und das Anliegen, diese Menschen zu erreichen, bleibt für sie auch in Zukunft ein Schatz. Viele unserer ehemaligen Theologie-Studierenden arbeiten jetzt nach ihrer Zeit in Gießen in Gemeinden oder Gemeindegründungen – z.B. in Hamburg, im Vogtland, in Offenbach usw. Aber natürlich nicht nur die Theologen, sondern auch die Mediziner, Ernährungswissenschaftler oder Sportstudenten, die Gießen verlassen haben und sich nun in anderen Gemeinden engagieren, multiplizieren unsere Vision, in Beziehungen zu investieren und eine Kirche zu gestalten, die alle Menschen zur Begegnung mit Jesus einlädt.

Das ist wunderbar!

Ein Abschied ist kein Ende

Gebetsanliegen

  • Neben den vielen Abschieden haben wir in den vergangenen Monaten auch wieder viele neue Gesichter bei uns begrüßen dürfen und neue Mitglieder aufgenommen! Bitte betet um gutes Ankommen in unserer Gemeinschaft.
  • Es bleibt eine Herausforderung, dass missionale Beziehungen oft jahrelang Zeit brauchen, die viele Glieder unserer Gemeinde nicht in Gießen haben. Betet dafür, dass Gott diesen Menschen durch andere Christen erneut begegnet, und dass sie in unserer Gemeinschaft Anschluss finden.
  • Kirche braucht ein bestimmtes Maß an Stetigkeit. Bitte betet um Menschen, die sich langfristig an die Kirche im Südviertel binden und auch zur Leitung bereit sind.
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