Religionsfreiheit in Pakistan?
Liebe Gemeinde!
In Psalm 31, 2-3 steht geschrieben: „HERR, bei dir suche ich Schutz, lass mich nicht zugrunde gehen. Hilf mir durch deine Gerechtigkeit! Wende dich zu mir und höre mich. Rette mich schnell! Sei für mich ein schützender Fels, eine Festung, in der meine Feinde mich nicht erreichen können.“ Der Psalmist wendet sich in seiner Notlage an Gott. Ebenso erleben auch heute unsere verfolgten Glaubensgeschwister im muslimischen Land Pakistan eine große Not durch Diskriminierung und Verfolgung.
Oft bedeutet es als Christ in Pakistan in Armut zu leben und keine Chancen auf einen gut bezahlten Job zu haben. Christen verstricken sich häufig in hohen Schulden, sodass ihnen finanziell kaum eine andere Möglichkeit bleibt, als zum Islam zu konvertieren. Religionsfreiheit existiert nur auf dem Papier. So sind z. B. traditionelle Kirchen erlaubt, sie müssen sich dafür aber einer strengen Überwachung aussetzen.
Religiöse Minderheiten christlicher, aber auch muslimischer Natur werden vermehrt Ziel von Blasphemievorwürfen und Gewalt. Blasphemie bedeutet eine Gotteslästerung zu begehen. Oft sind die Beschuldigungen nur ein Vorwand, um bestimmte Personengruppen gezielt zu unterdrücken. 2023 wurden mehrere Kirchen zerstört und Christen vertrieben. Die bestehenden Blasphemiegesetze sind sehr streng und eine Gotteslästerung wird hart bestraft. Es kann sogar zur Todesstrafe führen.
Amir Peter wurde am 19. Juli 2025 zu Unrecht beschuldigt, starb nach fast einem Jahr in Gefangenschaft in Folge schlechter medizinischer Hilfe. Er hatte Diabetes, bekam aber in dieser Zeit keine angemessene Versorgung. Sein starkes Zeugnis macht dennoch Hoffnung: Bis zum Tod hielt er an seinem Glauben fest!
2014 wurde ein Ehepaar, welches der Blasphemie beschuldigt wurde, qualvoll umgebracht. Die Mörder wurden nach einem längeren Gerichtsprozess freigesprochen und werden für diese Taten nicht mehr zur Rechenschaft gezogen. Christen stehen neben so einem Urteil machtlos daneben und haben keine Stimme die zählt. Wenn sie gegen Ungerechtigkeit aktiv vorgehen, bringen sie damit ihr Leben in Gefahr.
Zwei weitere Christen, die der Blasphemie angeklagt wurden, Albert und Nadeem Mashi, mussten in Untersuchungshaft auf ihr Gerichtsurteil warten. Im Sommer 2026 wurden beide Verfahren für sie entschieden und sie wurden freigelassen.
Dank und Lob finden in dem Ende des 31. Psalms in den Versen 23-25 ihren Ausdruck: „Von Furcht überwältigt, dachte ich: »Ich bin vom HERRN verstoßen!« Doch du hast mich gehört, als ich um Hilfe schrie. Liebt den HERRN, die ihr zu ihm gehört! Der HERR beschützt die, die ihm treu sind, aber die Stolzen bestraft er. Deshalb seid stark und mutig, alle, die ihr eure Hoffnung auf den HERRN setzt!“
Auch wenn auf der Welt Ungerechtigkeit herrscht, ist Gott gerecht und hält treu zu seinen Kindern. In dieser Gewissheit dürfen wir in allen Lebenslagen auf ihn vertrauen. Wir schaffen Nähe zu unseren verfolgten Geschwistern, wenn wir für sie beten und ihre Not im Gebet zu Gott bringen.
Gebetsanliegen
- Dankt für die Freilassungen wie die von Albert und Nadeem Mashi.
- Betet um weitere Freilassungen und gerechte Richter.
- Betet auch für diejenigen, die Blasphemievorwürfe gegen Christen äußern.
- Betet, dass echte Religionsfreiheit gelebt werden kann.
