Wenn Krisen zum Alltag gehören…
Ihr Lieben,
erst kürzlich las ich bei einer Frau im Status: »Immer dieses ‘Du musst nur mal aus deiner Komfortzone raus…’ Leute, ich bin im Überlebensmodus, der ist so weit weg von Komfort, wie die Erde vom Mond.«
Ein paar Tage später schrieb mich eine andere Frau an, ob ich zum Kepler Open Air käme und ob ich ihr etwas Geld leihen könne. Ich habe nichts mehr zu Essen, sagte sie. Da sie aus Krankheitsgründen in den letzten Wochen kein Leergut auf der Straße aufsammeln konnte, reichte ihr Geld diesen Monat nicht aus.
Eigentlich immer, wenn wir im Stadtteil unterwegs sind, begegnen uns Nöte, Konflikte und Krisen. Auch im Patchwork Center wurde vor wenigen Wochen eine neue Krise ausgelöst, da das neue Leitungsteam Sandra (unsere längste Mitarbeiterin) kündigen musste. Es waren Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit unserer Spendenbox (die im Patchwork Center hängt) aufgefallen, zu der nur Sandra Zugang hatte. Für die gesamte Gemeinschaft war dies ein Schock und es ist für uns alle ein herber Verlust.
Umso dankbarer sind wir, zu sehen, dass der Alltag im Patchwork Center weiterläuft. Viele Mitarbeiter, die sonst an zweiter Stelle standen, übernehmen nun Verantwortung, besonders im Café-Bereich, aber auch in der Boutique und bei den Events. Besonders beim letzten Kepler Open Air übernahmen die Männer aus der Werkstatt einige Aufgaben, wie z.B. das Grillen und auch bei der Moderation unterstützten sie. Auch freuen wir uns darüber, dass das Familienfest am vergangenen Wochenende gut besucht war. Trotzdem sind wir traurig über alle, die aufgrund von Sandras fernbleiben und negativer Stimmungsmache, ebenfalls wegbleiben.
Trotzdem: in allem wissen wir, dass Gott die Kontrolle hat und er uns als Patchwork Center, aber auch jedes seiner Kinder – die hier oft wirklich essentielle Nöte haben – nie im Stich lässt. Ebenso merken wir, wie wichtig Gemeinschaft ist und wie eine Gemeinschaft trägt.
So heißt es für uns: Mit Zuversicht – trotz Krisen – weitermachen! Und Gott danke zu sagen, für das, was er alles – besonders auch in Krisen – tut! Das wollen wir auch am 31. Mai mit allen Projekten der FeGs in Mecklenburg-Vorpommern tun. Vielleicht bist Du auch dabei!?
Zum Abschluss wollen wir Euch auch noch von einem besonderen Highlight berichten, das uns im April sehr ermutigt hat: Zum ersten mal bekamen wir die Möglichkeit an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) im Plenum von unserer Arbeit zu berichten. Wir sind dankbar für das große Interesse und die Wertschätzung, die uns entgegengebracht wurde. Schon einige Studierende haben signalisiert, dass sie uns gerne in SN besuchen kommen wollen. Auch das macht Mut!
Weiterhin ist es unser Wunsch, Menschen zu motivieren, nach MV zu kommen und in verschiedenen Gemeindegründungsprojekten mitzuhelfen. Dabei freuen wir uns über jede Hilfe! Vom 18. bis 21. Juni wird auch wieder eine Gruppe von Euch hier in Schwerin sein, um uns kennenzulernen und uns beim Stadtteilfest zu helfen. Du hast Interesse dabei zu sein? Dann sprich uns gerne an. Wir freuen uns auf Dich!
Herzliche Grüße, Lena & Markus mit Josia & Micha
Gebetsanliegen
- Danke, dass Gott durch Krisen trägt.
- Danke, dass sich weiterhin viele im Patchwork Center engagieren.
- Danke für die Möglichkeit, an der FTH von unserer Arbeit zu berichten.
- Bitte für Eure Glaubensgeschwister auf dem Dreesch, die oft in schweren Nöten stecken.
- Bitte für mehr Mitarbeiter im Patchwork Center, damit die Last auf mehr Schultern verteilt werden kann.
- Bitte für immer wieder neue Kraft, Mut und Zuversicht.
