Kurzeinsatz in Ostasien
Liebe Gemeinde!
Ich durfte nun drei Wochen in Asien verbringen und einen Teil dieser Zeit einsetzen, um bei Renovierungsarbeiten in einer Gemeinde zu helfen. Wir waren dabei in einem Team von sechs bis sieben Leuten täglich etwa von 9 Uhr morgens bis 20 Uhr Abends (natürlich mit Pausen) auf der Baustelle und haben Panele und Böden verlegt, geschraubt und gesägt, aufgeräumt und gefegt.
Reichtum und Armut existieren hier sehr nah beieinander. Die Ruhephasen meines Aufenthalts habe ich in der Stadt verbracht, die ein bisschen chaotisch, aber doch insgesamt relativ modern und wohlhabend ist. Die Gemeinde selbst war nur etwa 12 Kilometer entfernt, und dort waren die Umstände deutlich »ärmlicher«. Ich durfte in einem bereits renovierten Teil des Gebäudes schlafen, hatte aber durch mein Fenster auch direkt Blick darauf, dass hier oft mehrköpfige Familien in Zelten leben. Das heißt in der Regel drei bis vier (oder mehr) Kinder plus Eltern. Die Eltern müssen fast immer beide tagsüber arbeiten; die Kinder bleiben dann lange unbeaufsichtigt. Schulen gibt es zwar, aber diese decken auch nicht die ganze Betreuungszeit ab, und auch nicht jedes Kind geht hin (eigentlich gibt es Schulpflicht, aber viele Kinder haben gar keine Papiere und fliegen völlig unter dem Radar). Dadurch gibt es sehr viele Kinder, die sich die meiste Zeit des Tages nirgendwohin wenden können und im Prinzip von älteren Kindern erzogen werden.
Der Gemeinde ist es daher ein Anliegen, in dem neuen Gebäudeteil einen Raum zu schaffen, zu dem Kinder tagsüber kommen können und die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Natürlich ist auch da die Kapazität begrenzt, aber es ist ein wichtiger Schritt, einigen Kindern hier echte Chancen zu verschaffen. Bis vor etwa 35 Jahren war Mission hier quasi unmöglich. Bis heute ist das Evangelium hier nicht sehr weit verbreitet; etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind Christen. Es gibt viel Buddhismus und Schamanismus, viele Leute sind aber auch gar nicht religiös. Die Regierung gewährt Religionsfreiheit, ist aber Christen gegenüber trotzdem eher skeptisch und stellt ihnen einige Hürden in den Weg. Trotzdem finde ich es beeindruckend zu sehen, was Gott hier bewirkt. Insbesondere interessant fand ich: Einige englischsprachige Universitäten scheinen unter der Hand christlich geleitet zu sein. Ich durfte mehrere solche private Universitäten sehen, an denen viele Studierende und Dozenten (und teils auch Rektoren) Gottesdienste und Kleingruppen betreiben, um das Evangelium unter ihren Kommilitonen bzw. Schülern zu verbreiten.
Viele Grüße
Philipp
Gebetsanliegen
- Danke dafür, dass Gott hier Gemeinde baut und in den letzten 35 Jahren das Evangelium verbreitet hat.
- Danke für die vielen Menschen, die hier missionarisch tätig sind, und Bitte für ihre weitere Leitung und Stärkung.
- Bitte dafür, dass die Arbeit in der Gemeinde bald fertiggestellt und zum Segen für die Kinder in der Gegend wird.
