Gottes Reden in der Sprache der Suri

Im letzten Bericht hatte ich davon erzählt, wie das Suri-Übersetzerteam und ich im Sommer online zusammen gekommen waren. Unser Vorhaben war die Überarbeitung ihres Entwurfs des Lukasevangeliums, das sie in ihre Muttersprache übersetzt hatten. Nun, von Mitte November bis kurz vor Weihnachten, trafen wir uns fast täglich online und kamen weiter voran, bis Kapitel 19.
Das Übersetzerteam besteht aus Barduni, Nyangaramu, Nyurli, Kumundo sowie meinem Schweizer Kollegen Matthias. Das Team hielt sich zeitlänglich in der Suri-Region im äthiopischen Grenzgebiet zum Südsudan auf. Sie mussten schon kreativ sein, um dort eine Internetverbindung zu finden.
Im Suri-Ort Koyi selbst, wo die Teammitglieder wohnen, war dies unmöglich. So fuhren sie mit dem Auto ins 25 Kilometer entfernte Städtchen Dima. Dort wurden sie auf eine Lokalität aufmerksam, die zu Essenszeiten als Restaurant diente. Sie fragten an, und es wurde ihnen eine ruhige Ecke zugewiesen, wo sie dann eine Internetverbindung mit mir in Deutschland aufbauen konnten. So haben wir zweieinhalb Wochen miteinander gearbeitet. Zeitweise hörte ich außer meinen Kollegen auch verschiedene andere Stimmen wie das Gackern von Hühnern, Hundegebell, das Lachen und Jauchzen von Kindern, den Ruf des Muezzin von der Moschee oder das Klopfen von Handwerkern. Dennoch machten wir Fortschritte.
Anfang Dezember machte sich das Team dann auf den Weg in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba, von wo aus sie die Arbeit mit mir fortsetzten. Die Reise nach Addis dauert normalerweise zwei oder drei Tage. Matthias‘ Familie lebt etwa 40 Kilometer von Addis entfernt, und er war sehr froh, wieder nach Hause zu kommen zu Frau und Kind und seiner Verwandtschaft.
In den Wochen vor unserem Arbeitstreffen, im Oktober, war Nyurli von Koyi aus aufgebrochen, um seine Familie und Freunde im Südsudan zu besuchen. Mit im Gepäck hatte er Exemplare der frisch gedruckten Probeausgabe des Markusevangeliums in der Suri-Sprache. Nyurli berichtete von einem freudigen Wiedersehen mit seinen Leuten. Um über die Fortschritte der Bibelübersetzung zu informieren und das Markusevangelium zu verteilen, suchte er verschiedene Orte auf. Überall freuten sich die Leute sehr, Gottes Wort in ihrer Sprache in den Händen zu halten. Zudem empfanden sie Stolz, dass nun auch ihre Sprache verschriftlicht ist. Da den meisten Suri ihr eigenes Alphabet bisher unbekannt ist, nahm sich Nyurli Zeit einige Jugendliche, die etwas Schulerfahrung haben, in das Suri-Alphabet einzuführen. Die Handy-App mit dem Markusevangelium hilft den jungen Leuten beim Lesenlernen, da sie dort die vorgelesenen Verse zugleich im Text hervorgehoben mitverfolgen können.
Vor einigen Wochen erhielt ich eine zusätzliche Arbeitszuweisung, nämlich in meiner Eigenschaft als Translation Consultant für die schon angelaufene Übersetzung des Alten Testaments in die Me’en-Sprache. Diese Sprache habe ich über viele Jahre erforscht, und gemeinsam mit zahlreichen Me’en-Sprechern haben wir schließlich die Übersetzung des Neuen Testaments fertig gestellt und dies 2022 zu Gottes Ehre gefeiert. Nun werde ich also neben dem Suri-NT-Projekt einen Teil meiner Zeit für das Me’en-AT-Projekt einsetzen. Hierauf freue ich mich schon sehr.
Danke für eure Verbundenheit in Lobpreis und Fürbitte und für alle Hilfe.

Gottes Reden in der Sprache der Suri

Gebetsanliegen

  • Bitte für die Suri-Übersetzer und Matthias einschließlich ihrer Familien: weiter um geistliche und physische Gesundheit und Bewahrung
  • Bitte für die Prüfung der letzten fünf Kapitel des Suri-Übersetzungsentwurfs des Lukasevangeliums (Kapitel 20-24) im März
  • Bitte für die Bewohner der Suri-Region, dass sie die Bibelteile in ihrer Sprache mit geistlichem Hunger hören und verstehen und für ihr Leben anwenden
  • Bitte für meinen Einstieg in die Übersetzung des Alten Testaments in die Me’en-Sprache
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