Bibeltexte für die Suri-Baale im Grenzgebiet von Äthiopien und Südsudan
Liebe Gemeinde!
Neben Me’en und Mursi, in denen ich (Achim) bisher tätig war, gehört auch die Sprache der Suri-Baale (hier kurz „Suri“ genannt) zur surmischen Sprachfamilie. Es macht mir viel Freude, mit dem Suri-Übersetzerteam zu arbeiten, auch weil ich beim Anschauen und Untersuchen der Texte immer wieder so manche Ähnlichkeit mit Me’en bzw. Mursi in Bezug auf Sprachstruktur und Wortschatz wahrnehme. Von Wycliffe Ethiopia bin ich ja beauftragt, als externer exegetisch-linguistischer Berater (Consultant) ihre Entwurfsübersetzung der einzelnen neutestamentlichen Bücher mit ihnen zu prüfen. Von Ende Juli bis Mitte August trafen wir uns erstmals online per Videokonferenz, fast täglich, jeweils für mehrere Stunden. Dabei gingen wir gemeinsam ihren Entwurf des ersten Drittels des Lukasevangeliums Vers für Vers durch.
Das Übersetzerteam besteht aus vier Suri-Sprechern und meinem Schweizer Kollegen Matthias; letzterer arbeitet seit vielen Jahren für ihr Volk. Die Suri-Übersetzer habe ich erst vor kurzem kennengelernt; drei von ihnen sind Südsudanesen. Matthias, der mit Tsion, einer Äthiopierin, verheiratet ist, und ich kennen uns schon seit etwa fünfzehn Jahren.
An dieser Stelle lasse ich Matthias zu Wort kommen, der in seinem neuen Rundbrief unter anderem folgendes schreibt:
„Obwohl wir schon zuvor sehr tüchtig an der Übersetzung des Lukasevangeliums gefeilt hatten, gab es doch noch einiges, worauf uns der Consultant aufmerksam machte und unseren Blick schärfte. So bekamen wir wertvolle Impulse zur Diskursanalyse und Textpragmatik, sowohl im Verständnis des griechischen Grundtexts, als auch für die Umsetzung ins Suri. Scheinbare Details, die aber dem Text die richtige Würze geben und dem Grundtext besser gerecht werden, konnten in die Übersetzung eingearbeitet werden.
Auch diese Überprüfungsarbeit war Knochenarbeit, die sehr viel Konzentration erforderte. Nur eine kleine Hinzufügung oder Streichung, eine Präzisierung oder eine andere Gewichtung eines Wortes, kann dazu führen, dass der ganze Satz umgestellt werden muss. Das wiederum brauchte Zeit. So manche Diskussion musste geführt werden. Manchmal wollten die Übersetzer entmutigt alles liegen lassen. Da galt es vor Augen zu führen, wie viel wir schon geleistet haben und es eigentlich nur kleine Dinge sind, die aus einem guten Text eine noch bessere Übersetzung machen.
Ich war froh, dass die Übersetzer sich immer wieder ermutigen ließen weiterzumachen und an den Versen zu feilen, bis wir zu einem Resultat fanden, das noch besser als zuvor dem Grundtext entsprach und auch im Suri nicht holprig wirkte. In drei Wochen harter Arbeit konnten wir so die ersten sieben Kapitel des Lukasevangeliums revidieren.“
Soweit Matthias. Die beiden Fotos zeigen das Suri-Team bei der Arbeit.
Die Fortsetzung der Textprüfung des Lukasevangeliums haben wir für November und Dezember geplant. Da wollen wir uns dann wieder online treffen, täglich, vier Wochen lang.
Ich empfehle sehr die Präsentation über Suri auf der Webseite von Wycliffe Schweiz, wo weitere interessante Informationen zu finden sind: https://de.wycliffe.ch/project/suri-kacipo-bale/
Danke für eure Verbundenheit.
Gebetsanliegen
- Danke für die Übersetzer und ihre bisher getane Arbeit
- Bitte für die Mitglieder des Suri-Übersetzerteams und deren Familien um gesunde geistliche Entwicklung und physische Gesundheit und Bewahrung
- Bitte für die weitere Prüfung des Suri-Übersetzungsentwurfs des Lukasevangeliums (ab Kapitel 8) im November/Dezember
- Bitte für die noch kleine Gemeinde Jesu unter den Suri
- Bitte um Weisheit für die Leitung unserer einheimischen Organisation Wycliffe Ethiopia und die vielen angestellten Mitarbeiter, die in über 40 Projekten arbeiten
