Übersetzungsprüfung in den Sprachen der Me’en und der Suri

Liebe Gemeinde!

Am 7. April ging es los: zwei Wochen lang traf ich (Achim) mich online mit den Me’en-Übersetzern zum Prüfen ihres Entwurfs des Propheten Jesaja. Das Team besteht aus Bayyo, Daawiit und Bärgua, welche für diese Zeit in die Hauptstadt Addis Abeba gekommen waren, zwei Tagesreisen von ihrer Heimat im Südwesten Äthiopiens entfernt. Ich war angenehm überrascht, wie reibungslos unsere Treffen verliefen, da dies ja unser erstes Arbeiten miteinander via Videokonferenz war. Wir schafften die Kapitel 1-24. Mit Bayyo (s. Foto) und Daawiit (Foto, auf dem er einen Karton mit Neuen Testamenten trägt) hatten Annie und ich ja schon über viele Jahre eng zusammen gearbeitet, und daraus ist eine hohe gegenseitige Wertschätzung füreinander gewachsen. Ich freue mich schon auf unser nächstes mehrwöchiges Treffen, welches im Sommer stattfinden soll.
Eine weitere gute Nachricht betrifft den Leiter des Mursi-Übersetzerteams, Mengistu, mit dem ich ja seit 2021 intensiv zusammen gearbeitet und den ich als einer seiner Mentoren betreut habe. Er hat während der vergangenen drei Jahre ein Fernstudium am kanadischen „Northwest Seminary“ absolviert. Jetzt, Anfang Mai, erhielt ich die Mitteilung vom Leiter des Programms, dass Mengistu nun offiziell den neu geschaffenen Master (M.A.) im Bereich Bibelübersetzung erworben hat. Er soll in naher Zukunft von Wycliffe Ethiopia zum Translation Consultant ernannt werden.

Mengistu bat mich, Euch ein Gebetsanliegen weiter zu geben: In Südäthiopien, wo viele Minderheitenvölker wohnen, seien Muslime sehr aktiv. In allen Volksgruppen dort würden nun Moscheen gebaut, und es seien innerhalb kurzer Zeit über zehntausend Menschen konvertiert. Von einem solchen Übertritt würden viele materiell sehr profitieren. Gerade junge Leute, auch von den Mursi und den Maale (Mengistus Sprachgruppe), würden in islamischer Lehre systematisch geschult.

Im März hatte ich mich online mit dem Suri-Übersetzerteam getroffen. Wir konnten die Überarbeitung ihres Entwurfs des Lukasevangeliums nicht wie vorgesehen komplett abschließen, gut anderthalb Kapitel sind noch zu prüfen. Dies wollen wir zu Beginn unseres nächsten Treffens im Juni nachholen. Dieses Mal war wirklich „der Wurm drin.“ Schon im Vorfeld gab es Spannungen innerhalb des einheimischen Teams: der Leiter erschien nicht zu den verabredeten Treffen; zudem konnte ein Teammitglied wegen schulischer Verpflichtungen nicht dabei sein. So standen neben meinem Schweizer Kollegen Matthias nur zwei der vier einheimischen Mitarbeiter, nämlich Nyurli und Nyangaramu, zur Verfügung. Außerdem gestalteten sich die äußeren Lebensumstände dort im Suri-Gebiet für die Beteiligten schwierig, Stromausfall, Krankheitstage und ein im Schlamm festgefahrenes Auto hatten Auswirkungen auf unsere Arbeitszeit. Bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen wissen wir auch im Suri-Projekt um den Sieg dessen, dem wir vertrauen.

Danke für eure Verbundenheit im Gebet und für alle Hilfe.

Übersetzungsprüfung in den Sprachen der Me’en und der Suri

Gebetsanliegen

  • Danke für die Me’en-Übersetzer und unsere erste gemeinsame Online-Prüfung
  • Bitte um gute Vorbereitung und Durchführung des nächsten Treffens im Sommer
  • Danke für das erfolgreiche Fernstudium von Mengistu
  • Bitte für die nächsten Schritte, dass er bald zum Translation Consultant berufen werden kann
  • Bitte für die Kirchen in Südäthiopien angesichts der Expansion des Islam
  • Bitte für das Suri-Übersetzungsprojekt angesichts der Spannungen im Team, sowie für unser nächstes mehrwöchiges Online-Treffen
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