Dem Herrn sei Dank!
Liebe Geschwister,
wir grüßen euch ganz herzlich aus dem kälter werdenden Colombo! So langsam fallen die Temperaturen, und dann bringt Axel auch schon mal unseren Holzofen in Bewegung! Denn die Wände sind dünn und es gibt keine Heizung im Haus…
Wir möchten uns bedanken für die vielen vielen Gebete, die uns durch die schwere Phase dieses letzten halben Jahres getragen haben. Danke auch für so manch ein Wort, eine Mail, ein Gespräch, die uns in dieser Zeit erreicht hat. Kräftemäßig war es nicht möglich, auf alles persönlich zu reagieren. Ich musste in dieser Phase immer wieder an den Satz denken: „Gemeinsam sind wir stark“ (nach Matth. 18, 20); und das haben wir spüren können.
Die OP, Mitte März, ist wie geplant verlaufen. Es wurde alles mit sauberem Rand rausgenommen. Danach musste alles verheilen, um die weiteren Behandlungs-Schritte unternehmen zu können. Durch die Resultate der Biopsie wurde definiert, dass ich keine Chemotherapie zu machen brauche (dem Herrn sei Dank!!!), sondern ´nur´ die Bestrahlungen. So sind wir also los, um die Kostenvoranschläge an zwei Behandlungsstätten zu bekommen.
Vermutlich kann sich keiner vorstellen, was es bedeutet, so einen Prozess hier in Brasilien zu durchleben. Es ist nicht nur die psychische Situation, sondern auch die organisatorische, sowie die Rennerei und die Fahrerei, die damit verbunden waren. Da wir im Ausland sind, mussten wir die ganzen Unterlagen für die Abrechnungen selber ausfüllen, sammeln und hinter den Quittungen herrennen (die nicht gerne gegeben werden…), um dann am Ende alles einzureichen; und zu hoffen, dass alles erstattet wird.
Jetzt habe ich auch die Bestrahlung hinter mir! Das bedeutete, für 4 Wochen, ausgenommen die Wochenenden, jeden Tag den ganzen Vormittag unterwegs zu sein. Da mir hinterher oft übel war, ist Axel, so oft wie es möglich war, gefahren.
Die Teens und ihre Familien hatten den ganzen Prozess miterlebt und begleitet. Nachdem ich nach Abschluss der Bestrahlungstherapie wieder bei den Teens auftauchte (die Treffen waren in der ganzen Zeit weitergelaufen), war ein riesen Empfang mit Umarmungen und Begrüßungen. Sie hatten an einem Treffen jeder ein Blatt bekommen, auf dem sie ihre Liebe zu mir zum Ausdruck bringen konnten. Diese Blätter wurden zu einer Rolle zusammengeklebt, die ich dann lesen durfte! Mir kamen echt die Freudentränen! Kräftemäßig sind wir aber, ehrlich gesagt, am Limit.
Trotzdem durfte ´unser Orangenernte-Einsatz in Witmasum´ auch in diesem Jahr nicht fehlen. Die Anfragen der Teens und weiterer Mitarbeiter, die diese Einsätze kennen und lieben, waren soooo viele, dass wir auch in diesem Jahr an der Organisation und Durchführung nicht vorbeikamen. Um die 700 Kg Orangen schleppten wir nach Colombo. Die Familien derjenigen, die mit geerntet hatten, insbesondere, die Familien der Teens sowie viele Nachbarn aller Beteiligten, und noch weitere Familien aus dem Brennpunkt, wurden tütenweise beschenkt mit Orangen. Ein riesen Geschenk Gottes in der jetzigen immer kälter werdenden Jahreszeit!
Mit einem Abschlussfest haben wir uns am letzten Teen-Treff in die Ferien verabschiedet. Für uns bedeutet das notwendige Erholung.
Seid lieb gegrüßt und gesegnet,
Eure Westies
Gebetsanliegen
- Danke für alle Führung und Bewahrung in der Zeit der Bestrahlungen.
- Danke für die vielen Teens, die Anteil nehmen an uns.
- Bitte um körperliche und psychische Stärkung für alle weiteren Treffen und die damit verbundenen Herausforderungen.
- Bitte um Gnade für eine vollständige Heilung.

