Eine Geschichte von Heilung und Hoffnung
„Jetzt seid ihr nicht länger Fremde und ohne Bürgerrecht. Ihr gehört jetzt zu den Gläubigen, zu Gottes Familie.“ (Epheser 2,19)
Es war bei einer unserer Veranstaltungen für junge Asiaten, als wir Sarah (Name aus Sicherheit geändert) begegneten. Eine junge Frau mit chinesischen Wurzeln, geboren und aufgewachsen in Malaysia, nun in Deutschland lebend. Ihre Augen sprachen von einer tiefen Sehnsucht, und ihre Worte erzählten von einer schmerzlichen Erfahrung. Voller Hoffnung hatte sie einst eine Gemeinde hier in Deutschland besucht, in der sie eine geistliche Heimat finden wollte. Doch was sie stattdessen erlebte, war Enttäuschung und Isolation – ein Ort, der sie eher verletzte als heilte.
In den Gesprächen, die wir mit ihr führten, spürten wir ihre innere Zerrissenheit, aber auch den leisen Funken einer Suche nach neuer Hoffnung. Wir durften sie ein Stück weit begleiten, ihr zuhören und sie ermutigen, einen neuen Weg zu wagen. Mit zögerndem Herzen nahm sie unseren Vorschlag an und besuchte eine nahegelegene deutsche Gemeinde. Was dann geschah, war ein Wunder, das nur Gott bewirken konnte. Sarah begann sich zu öffnen, ihre Wunden vor Gott zu bringen und langsam Vertrauen zu fassen. Schritt für Schritt konnten wir beobachten, wie sie nicht nur im Glauben wuchs, sondern auch eine tiefe innere Heilung erfuhr. Es war, als ob Gottes Licht nach und nach jeden Schatten ihres Lebens durchdrang. Die Trauer wich einem neuen Lebensmut, die Enttäuschung einer lebendigen Hoffnung.
Und dann geschah das Unglaubliche: Aus der Heilung erwuchs eine Kraft, die sie selbst kaum für möglich gehalten hätte. Im Oktober des vergangenen Jahres begann Sarah ein Studium der Sozialen Arbeit an einer theologischen Hochschule – getragen von dem Wunsch, anderen zu dienen und ihnen in ihrer Not beizustehen. Was einst eine Wunde war, wurde zu einer Quelle des Segens, aus der sie nun schöpfen kann.
Geschichten wie diese ermutigen uns, immer wieder auf Gottes Wirken zu vertrauen. Er ist derjenige, der Heilung schenkt und aus Schmerz neue Hoffnung erwachsen lässt. Wir sind dankbar, Sarah auf ihrem Weg weiter begleiten zu dürfen, und sehen erwartungsvoll darauf, wie Gott sie weiterhin gebrauchen wird.
Als Teamleiter der OMF-Initiative „Beyond Borders“ engagieren wir uns in der interkulturellen Studenten- und Jugendarbeit in Deutschland. Unser Schwerpunkt liegt darauf, junge Asiaten in ihrer Jüngerschaft zu begleiten und zu fördern sowie Netzwerke zwischen Gemeinden aufzubauen. Mit unserer Diaspora-Erfahrung möchten wir Brücken zwischen Kulturen schlagen und bezeugen, dass jeder Mensch – unabhängig von Kultur, Ethnie oder Nationalität – Jesus Christus braucht. Geschichten wie die von Sarah ermutigen uns zutiefst, denn sie zeigen, wie Gott heilt, verändert und Hoffnung schenkt. Solche Wunder dürfen wir immer wieder erleben – ein Zeugnis seiner treuen Gegenwart.
Gebetsanliegen
- Bitte für unsere deutschlandweiten Reisen, bei denen wir Beziehungen zu asiatischen Gemeinden aufbauen und im Predigtdienst tätig sind, insbesondere bei bevorstehenden Einsätzen in Schwetzingen und im Ruhrgebiet
- Bitte für ein neues Projekt, in dem wir Theologiestudierende aus Taiwan mobilisieren möchten, um für Kurzeinsätze nach Deutschland zu kommen und unter Geflüchteten zu dienen
