Afghanistan
Mehr als 365 Millionen Christen – eine so unvorstellbar große Zahl – werden derzeit in 78 Ländern wegen ihres Glaubens verfolgt. Eins dieser Länder ist Afghanistan, ein islamisches Emirat.
Mit ihrer Machtübernahme in 2021 führte die Taliban in Afghanistan eine strenge Version der islamischen Scharia ein. Dadurch verschlechtere sich die zuvor schon schwere Situation für Christen noch einmal dramatisch.
Fast alle afghanischen Christen sind Konvertiten aus dem Islam, haben also einen muslimischen Hintergrund. Die Hinwendung zum christlichen Glauben wird als Abtrünnigkeit angesehen, die eine große Schande über die Familie und die ganze islamische Gemeinschaft bringt. Wenn Konvertiten entdeckt werden, sehen sich deren Familien und näheres Umfeld gezwungen, „ihre Ehre wiederherzustellen“, indem sie gegen die Christen vorgehen – sie vertreiben, durch Gewalt zur Umkehr zum Islam zwingen oder töten.
So versuchen viele christliche Konvertiten, ihren Glauben möglichst lange geheim zu halten. Doch schon der Verdacht, sich vom Islam abgewandt zu haben, hat schwerwiegende Konsequenzen, wie strenge Überwachung, Verhaftung, körperliche Gewalt oder Zerstörung der Wohnung. Wird bei jemandem eine Bibel gefunden, droht die Todesstrafe – davor wird unter Folter versucht herauszufinden, welche Kontakte diese Person hat und woher die Bibel stammt.
Viele Christen fliehen aus Afghanistan in die Nachbarländer, u.a. in den Iran und nach Pakistan. Sie leben dort in Flüchtlingslagern – zusammen mit muslimischen Flüchtlingen, die sie dort ebenfalls bedrohen. Hier ein Beispiel von Jamal, den eine Kontaktperson des Hilfswerkes Open Doors traf. Jamals Erlebnisse geben Einblick in die Situation vieler afghanischer Flüchtlinge:
Jamal ist unterwegs zu seiner Schwester, um ihr eine Decke zu bringen. Sie lebt in einem anderen Teil des großen Flüchtlingslagers. Auf dem Weg wird Jamal von ein paar Männern beiseite gezerrt und bedroht: „Genau hier haben wir zwei Christen getötet und ihre Leichen verrotten lassen. Willst du auch dort liegen? Wenn du nicht zum Gebet kommst, werden wir dafür sorgen, dass deine Leiche und die deiner ganzen Familie dort hingeworfen werden“. Jamal weiß: Als afghanischer Flüchtling hat er in diesem Land keine Rechte, und sein Glaube an Jesus ist außerdem für viele Muslime Grund genug, ihn sofort zu töten. Die Männer, die Jamal bedrohen, sind muslimische Flüchtlinge, die für die Regierung des Gastlandes arbeiten. „Sie informieren die Behörden über Menschen, die in irgendeiner Weise verdächtig sind“, sagt Jamal. „Jeder hier kennt die Geschichte der beiden Christen, die an diesem Ort getötet wurden, und alle wissen, dass dies keine leeren Drohungen sind.“ (Quelle: www.opendoors.de)
Die Bedrohung und Lebensgefahr ist für afghanische Christen allgegenwärtig – sowohl in Afghanistan als auch in den Nachbarländern. Sie leben in ständiger Angst – und doch ist ihnen ihr Glaube an Jesus wichtiger als ihr Leben.
Gebetsanliegen
- Bitte, dass sie im Glauben gestärkt werden und Jesus als ihren guten Hirten erleben
- Bitte um Hoffnung und Zuversicht, Gemeinschaft mit anderen Christen
- Bitte um Schutz vor Entdeckung und Bedrohung
- Bitte, dass die Hoffnung des Evangeliums sich unter den Afghanen ausbreitet
- Bitte um Versorgung mit dem, was sie in ihrer Situation brauchen (Nahrung, Medikamente, beheizte Wohnmöglichkeiten)
