„Gott hat beschlossen uns zu besuchen“
Mbeya, Tansania. Am Ende meiner Reise nach Tansania sitze ich in einem Taxi zum Flughafen. Meine Kollegin und ich kommen mit dem Taxifahrer ins Gespräch und wir erzählen von unserer Arbeit und was wir in Tansania machen. Mit uns im Auto sitzen zwei weitere Frauen, die auch zum Flughafen möchten. Es stellt sich heraus, dass sowohl der Taxifahrer als auch eine der Frauen Sangu sind. Sangu ist eine der Sprachgruppen, mit der wir im Mbeya-Projekt arbeiten und in der vor kurzem ein Neues Testament fertiggestellt wurde. Somit können wir ihnen per App auf dem Smartphone Passagen aus dem Neuen Testament als Hörversion vorspielen. Beide sind sofort total begeistert. Ihre erste Reaktion war: „Das ist echtes Sangu!“ Sie kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Taxifahrer erklärt uns: „Wir haben schon lange die Bibel in Suaheli. Aber jetzt haben wir die Bibel auch in unserer Muttersprache. Gott hat beschlossen auch uns zu besuchen. Jetzt wissen wir, dass auch wir wichtig für Gott sind.“ Am Ende der Fahrt staunten nicht nur unsere Mitfahrer, sondern auch wir.
… und was habe ich sonst noch so in Tansania gemacht?
Vor der Rückfahrt und diesem Taxierlebnis, habe ich vor allem mit den Manda zusammengearbeitet. Wir haben uns mit einem Büchlein über das Leben von Mose befasst und dieses erfolgreich geprüft. Da in vielen Sprachen in erster Linie der Fokus auf dem Neuen Testament liegt, wollen wir mit solchen Büchlein sicherstellen, dass die Geschichten des Alten Testaments zumindest grob vorhanden sind. Ich habe es genossen, mit den Manda von Angesicht zu Angesicht zu arbeiten und sie als Team noch besser kennenzulernen. Gleichzeitig war es auch wieder schön, viele alte Bekannte zu treffen und Zeit mit ihnen zu verbringen.
… und was mache ich zurzeit?
Gerade habe ich zusammen mit den Manda das Johannesevangelium online geprüft. Für ein Team, das noch nicht so viele Bücher übersetzt hat, stellt es eine Herausforderung dar, da es sich sehr von den anderen Evangelien unterscheidet. Mir ist mal wieder aufgefallen, wie oft die Jünger nicht verstanden haben, was Jesus sagte. Das ist einerseits beruhigend, denn es bedeutet, dass meine persönliche Messlatte nicht so hoch sein muss, alles sofort begreifen zu wollen. Andererseits verdeutlicht es auch, wie begrenzt unser menschliches Verständnis ist. Es ist gut zu wissen, dass es einen Gott gibt, der größer ist als alles andere. Ich muss nicht alles verstehen.
Neben der Arbeit für Tansania habe ich seit Ende letzten Jahres einen zweiten Job in einem Museum angefangen. Das ist eine gute Abwechslung zur Arbeit im Homeoffice. Ich habe mich gut eingearbeitet und ich fühle mich dort sehr wohl.
Liebe Grüße,
Andrea
Gebetsanliegen
- Danke für ein gesegnete Zeit in Tansania.
- Danke, dass mit dem Reisen alles reibungslos geklappt hat (das ist besonders dieser Tage keine Selbstverständlichkeit mehr).
- Bitte für Weisheit beim Checken weiterer Bücher. Als nächstes stehen der Kolosser-, Philipper- und Epheserbrief an.
