Mein Leben ist spannend
Ich will euch tragen bis ins Alter (Jesaja 46, 4).
Liebe Gemeinde,
Gott ist immer da, schon bevor ich morgens zu Ihm komme. Oft fühle mich schwach und unfähig. Aber Sein Wort trägt mich: Seine Barmherzigkeit erneuert sich allmorgendlich. ER kennt alle meine Aufgaben, Verfehlungen und Ängste und verurteilt mich deswegen nicht, sondern hilft, tröstet und befähigt mich.
Dadurch ist mein Leben spannend. Um mich herum gibt es viele Nöte. Der Sohn meiner kürzlich verstorbenen Freundin Luba, M., ist mit 56 Jahren einsam und unselbständig. Sie hatte alles für ihn getan. Ein Ehepaar, A. und N. ist verzweifelt, weil ihre Tochter mit 21 Jahren gestorben ist, sie war der Lebensinhalt der Mutter. Nun ist da Leere.
Die größte Not aber, auch in meiner eigenen Familie: Es mangelt an geistlichem Interesse. Und mir an Vollmacht. Deshalb bete ich, bevor ich Telefongespräche führe oder aus dem Haus gehe, einkaufe oder mit dem Taxi fahre (das ist hier billig, oft sind Muslime die Fahrer): Herr, lasse es eine kleine Missionsreise sein, führe mich doch bitte mit suchenden Menschen zusammen. Kürzlich fuhr ich sonntags morgens mit B. aus Turkmenistan zur Gemeinde. Ich fragte ich ihn: Was meinen Sie, wie kommt der Mensch in den Himmel? Er zählte auf: ein guter Mensch sein, gute Taten tun usw. Er sagte mit großer Sehnsucht: ich möchte ins Paradies kommen. Ich erklärte ihm, dass wir durch Glauben gerettet werden und uns zum Allerhöchsten bekehren sollen. Er war mit allem einverstanden. Zum Schluss zog ich ein Neues Testament aus der Tasche und fragte: das dürfen Sie wahrscheinlich nicht lesen? Er nahm es mit Freuden. Vorgestern auf der Rolltreppe der U-Bahn traf ich einen jungen Mann „Platon“. „Denken schon mal über GOTT nach?“ Er nickte und nahm ein Heftchen mit Gebeten. Und so geht es fort.
Gestern hatten wir Mitglieder Versammlung in meiner Gemeinde, 1248 Mitglieder, aber längst nicht alle waren gekommen. Unser erster Pastor Anton hat alle lieb. Die Mitglieder wohnen weit verstreut. So bemüht er sich mit seinem Team von Mitarbeitern in den einzelnen Regionen der Stadt Hauskreise zu gründen, damit jeder, der es möchte, in seiner Nähe einen Hauskreis hat. Natürlich braucht er dazu Leiter. Jüngere Brüder werden dazu herangezogen und befähigt.
Mein Hauskreisleiter Sergey ist ein Wunder Gottes: ein früherer Offizier zur See– mit einem weichen Herzen. Er liebt Gottes Wort – leitet jüngere Männer zur Gruppenleitung an, überträgt ihnen Verantwortung. Aber er verachtet auch alte Leute nicht, zu denen ich ja gehöre, sieht Nöte und hilft, auch ganz praktisch.
Es macht mir Freude Gott in zwei Hauskreisen mit ihm zu dienen, als Beter und Ermutiger für alle. In einer Gastfamilie in einem Vorort starb der Hausherr mit 58 Jahren. Wir waren erschüttert. Aber dieser tragische Tod (97% Zerstörung der Lunge), bewirkte Erweckung. Ein abgekommener Sohn fand mit Frau zurück zum Glauben, der Bruder des Verstorbenen erneuerte seine Bekehrung. Die Witwe des Verstorbenen erlebte eine Belebung ihres Glaubens.
Mit vielem Dank und herzlichen Segensgrüßen aus Sankt Petersburg, Charlotte
Gebetsanliegen
- Dank für meinen ersten Pastor Anton Iwanowitsch
- Dank für Erweckung im Hauskreis im Vorort
- Dank für meinen Herrn Jesus, für Golgatha
- Bitte für Erweckung in Russland und der Ukraine
- Bitte für Hauskreisleiter Sergey: Theologische Ausbildung, Kraft dafür neben allen Diensten
- Bitte, dass der Gott allen Trostes das Ehepaar A. und N. wieder zurück in die Gemeinde und zu Ihm bringt.
