Schafe ohne Hirten

„Mein Papa ist auf der anderen Seite, an einem sehr dunklen Ort“, waren die Worte, mit denen der 14-jährige José* mir auf etwas unbeholfene Art anvertraute, dass sich sein Vater seit einiger Zeit im Gefängnis befinde. Seitdem lebt der Teenager allein bei seiner Mutter. Im vergangenen Jahr wachte er in einigen Nächten auf und fand das Bett seiner Mutter leer vor. Also ging er auf die Straße, um nach ihr zu suchen. Als er sie schließlich jedes mal in einer Diskothek fand, brachte er sie nach Hause. Seitdem ist die Mutter für ihren Sohn kein Vorbild mehr. Er lässt sich zuhause nichts mehr von ihr sagen.

José ist kein Einzelfall. Allein in Jonas’ Klasse wächst mindestens ein Drittel der Schüler ohne einen präsenten Vater auf. Sie sind tagelang auf der Arbeit, weggelaufen, im Gefängnis oder gestorben. Ohne einen funktionierenden Sozialstaat ist das Leben der alleinerziehenden Mütter alles andere als einfach. Seit einiger Zeit arbeitet Lizzy im Frauenkreis mit. Hier finden Frauen einen Ort, an dem ihnen zugehört wird, an dem gemeinsam die Bibel gelesen wird und an dem man füreinander betet.

Von wem erhält José Orientierung, Bestätigung und Geborgenheit? Für uns ist klar: Nur unser Vater im Himmel kann ihm das geben. Laut einer Umfrage in Jonas’ Klasse glauben alle Schüler an Gott. Doch viele von ihnen haben noch keine persönliche Entscheidung für Jesus getroffen und ihn als Herrn über ihr Leben angenommen. Neben aller pädagogischen und akademischen Arbeit liegt der Hauptfokus unserer Schule auf dieser Herausforderung. Nur Gottes Vergebung und sein Geist können zerrüttete Familien heilen und Wunden schließen.

Vor einer Woche konnte Jonas dieses Thema in der Morgenandacht der Sekundarstufe behandeln. Anhand des Films „Vaiana“ versuchte er, an die Lebenswelt der Jugendlichen anzuknüpfen, und ermutigte sie, ihre Insel der Gewohnheiten und falschen Sicherheit zu verlassen und sich persönlich von Gott finden zu lassen. Denn er hat versprochen: „Ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen.“ (Hesekiel 34,11). Und er wird nicht müde, auch in den Bergen Perus nach ihnen zu suchen…

Schafe ohne Hirten

Gebetsanliegen

  • Danke, dass Gott uns unter den Quechua-Indigenen gebraucht.
  • Danke, dass wir so viel Unterstützung im Gebet von der Gemeinde und Hauskreis erhalten.
  • Danke, dass sich eine alleinerziehende Mutter aus Lizzys Frauenkreis hat taufen lassen.
  • Bitte dafür, dass in der Ferienwoche viele Kinder Jesus als ihren Herrn und Retter kennen lernen!
  • Bitte dafür, dass José und seine Mitschüler eine persönliche Entscheidung für Jesus Christus treffen.
  • Bitte dafür, dass Gott uns als Schulteam bei allen Herausforderungen Weisheit schenkt.
  • Bitte dafür, dass Gott uns als Familie weiterhin bewahrt und mit Gesundheit segnet.
Zurück