„Wir sind gekommen, um zu lernen“ – Taiwanische Theologiestudierende im Einsatz in Deutschland

Liebe Gemeinde!

Eine Sommergeschichte, die überrascht: Sechs Theologiestudierende aus Taiwan reisen für sieben Wochen nach Deutschland, um selbst Mission zu erleben. Sie sind gekommen, um mit Geflüchteten zu arbeiten, Gemeinden zu unterstützen und von Christen zu lernen. Ihr Kurzzeiteinsatz zeigt eindrücklich, wie Mission heute aussieht: nicht länger „vom Westen in den Osten“, sondern „von überall nach überall“.

Die Reise begann im Juli im OMF-Zentrum Mücke. Eine Woche lang lernten sie Sprache, Kultur und Lebensgewohnheiten kennen – vom Energiesparen bis zum wechselhaften Wetter. Dann ging es direkt hinein in die Praxis: zwei Wochen Café Hope. Hier verteilten sie Einladungen, servierten Kaffee, halfen bei der Gestaltung von Sprachunterrichten, führten Gespräche mit arabischen, afrikanischen und asiatischen Gästen und staunten, wie selbstverständlich Menschen mit Fluchthintergrund in eine deutsche Gemeinde integriert werden. „Das, was wir hier erleben, ist für uns auch in Taiwan wichtig.“

Nach Gießen führte die Route an die FTH. Gemeinsam mit deutschen Studierenden besuchten sie eine Vorlesung, diskutierten über Theologie und beendeten den Tag mit einem Grillfest. Dann ging es eine Woche lang auf Luthers Spuren: Wartburg, Wittenberg, Erfurt, Weimar. Neben den Reformationstätten hinterließen auch andere Orte Eindruck – etwa der Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. „Wir haben gespürt, wie eng in Deutschland Licht und Schatten der Geschichte beieinanderliegen“, sagte einer der Studierenden. Weitere Stationen waren Karlsruhe, wo die Gruppe bei einem Jugendmissionsfestival und einem Sportcamp mit Geflüchteten mitarbeitete, sowie Leipzig, wo sie sich in einer internationalen Gemeinde einbrachten. Bemerkenswert: Der Aufenthalt war in Taiwan als Praktikum anerkannt. Damit wird deutlich, wie ernst die dortigen Seminare dieses interkulturelle Lernen nehmen.

Deutschland ist nicht nur das Land der Reformation, sondern seit Jahren auch ein wichtiges Ziel für Geflüchtete. Beides machte es für die taiwanischen Studierenden zu einem spannenden Lernfeld. Taiwan selbst steht zunehmend vor der Herausforderung, Migranten und Zugewanderte in die Gesellschaft zu integrieren. Die Erfahrungen in Deutschland geben wertvolle Impulse für die Frage: Wie können Gemeinden Fremde willkommen heißen und ihnen die Liebe Gottes nahebringen?

Der Sommer 2025 hat gezeigt: Mission ist keine Einbahnstraße mehr. Die sechs Studierenden haben in Deutschland nicht nur gelernt, sondern auch gegeben – durch ihre Freude, ihren Glauben und ihren frischen Blick auf Kirche. „Es hat uns ermutigt, dass junge Christen aus Asien heute nach Europa gehen, um Gottes Liebe weiterzugeben“, sagte ein deutscher Pastor.

Wenn Asien Europa dient, dann verändert das auch unser Selbstbild. Wir sind schon länger nicht nur die „Sendenden“, sondern zugleich Empfangende. Wir lassen uns beschenken – von Glaubensgeschwistern, die uns zeigen, wie lebendig und global die Kirche Jesu ist.
Die sechs jungen Menschen aus Taiwan sind wieder in ihrer Heimat. Doch ihre Spuren bleiben: in Gießen, Karlsruhe, Leipzig – und in den Herzen vieler, die mit ihnen geglaubt, gelacht und gehofft haben.
Mission heute bedeutet: voneinander lernen. Und genau darin liegt der Segen.

„Wir sind gekommen, um zu lernen“ – Taiwanische Theologiestudierende im Einsatz in Deutschland

Gebetsanliegen

  • Danke für die sechs Studierenden aus Taiwan und ihre Begeisterung für unseren HERRN
  • Danke für die Erfahrungen, die sie machen durften
  • Bitte um Segen für ihren weiteren Weg mit Jesus Christus
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