Bibelübersetzung in Me’en und Suri – Fortschritte und Schwierigkeiten

Liebe Gemeinde!

Mitte Juli waren unsere Kollegen Bayyo und Bärgua dabei, im Aufnahmestudio Texte über das Leben von Mose und weitere biblischen Personen in der Muttersprache einzusprechen. Diese Geschichten können dann mittels der im Me’en-Gebiet zahlreich vorhandenen solarbetriebenen Abspielgeräte angehört werden. So werden auch die Menschen erreicht, die Me’en nicht flüssig lesen können, was gerade auf viele der älteren Generation zutrifft.
Während des Einsprechens war Bärgua an Malaria erkrankt. Glücklicherweise hatte er Zugang zu entsprechenden Medikamenten, und es ging ihm bald besser. Malaria ist seit einigen Jahren in vielen Regionen Äthiopiens auf dem Vormarsch, auch bei den Me’en. Wir hörten von vielen schweren Krankheitsverläufen und nicht wenigen Todesfällen. Zeitweise stockt die Versorgung mit geeigneten Medikamenten.
Die vorgesehene Prüfung des Übersetzungsentwurfs von Jesaja 25-39, die ja für diesen Sommer geplant war, wurde von unseren einheimischen Mitarbeitern verschoben. Eine freudige Überraschung erlebten wir, als Faadschio sich bei uns meldete. Faadschio (auf dem Foto mit Achim) war etwa 10 Jahre lang einer unserer wichtigsten Mitarbeiter. Nach Abschluss seines Engagements im Me’en-Sprachprojekt hatten wir einander aus den Augen verloren. Jetzt schrieb er uns, dass er seine leitende Tätigkeit bei der kommunalen Regierungsbehörde beendet hat und nun vollzeitlich für die Leitung von 92 lokalen Gemeinden seines Kirchenverbandes eingesetzt ist. Dass wir wieder Kontakt haben, freut uns ungemein.

Nun noch einige Infos zum laufenden Übersetzungsprojekt für das Volk der Suri Kachipo-Baale. Die Prüfung des Lukasevangeliums hatten wir vor einiger Zeit abgeschlossen, und mit der Prüfung der Apostelgeschichte begonnen, als unseren Übersetzer Nyurli die Nachricht vom plötzlichen Tod seiner vierjährigen Tochter erreichte. Sofort brachen er und seine beiden Kollegen auf, um von Addis Abeba nach Hause ins Suri-Gebiet zu reisen. Innerhalb kurzer Zeit hat Nyurli viel Leid getroffen. Erst wurden die Kühe seiner Verwandten und seine eigenen geraubt, wobei auch zwei Kinder, die die Kühe hüteten, ums Leben kamen. Und nun der Schock mit seiner Tochter.
Unser Schweizer Kollege Matthias, der ja seit vielen Jahren gemeinsam mit den Suri-Mitarbeitern aktiv ist, berichtete uns auch von anhaltenden Spannungen innerhalb des Teams und mit der einheimischen Projektleitung. Die Übersetzer hätten sogar angedeutet, dass sie eventuell aus der Arbeit aussteigen würden. „Das gesamte Projekt ist immensen geistlichen Angriffen ausgesetzt. Zeitweise brechen alle möglichen Probleme über uns herein, und es ist nicht leicht, diese zu bewältigen. Möge Gott Weisheit geben, mit der Situation umzugehen.“
Mitten in diesen schwierigen Herausforderungen wissen wir um den Sieg dessen, dem wir vertrauen. Das gilt für die Übersetzung des Neuen Testaments in die Suri-Sprache wie auch für die Me’en-Übersetzung des Alten Testaments.
Danke für eure Verbundenheit im Gebet und für alle Hilfe.

Bibelübersetzung in Me’en und Suri – Fortschritte und Schwierigkeiten

Gebetsanliegen

  • Danke für die Studioaufnahme von Geschichten über das Leben von biblischen Personen
  • Danke für Bewahrung für Bärgua nach der Malariainfektion
  • Danke und Bitte für Faadschio, der in großer Leitungsverantwortung steht
  • Bitte um Trost für Nyurli und seine Angehörigen
  • Bitte für das Suri-Übersetzungsprojekt angesichts der Probleme und Spannungen; bitte um Weisheit für alle Beteiligten
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