Eine gute Arbeit
Liebe Gemeinde!
Ramadan kam und ging. Vormittags, vor dem Camp, war fast nichts los. Die Befürchtung war groß, dass wir das Gleiche erleben werden wie letztes Jahr, nämlich dass unsere Besucherzahlen wesentlich sinken werden. Aber bei unserer Arbeit nützt es nichts, uns auf Befürchtungen einzustellen. Trotz des Ramadans konnten wir donnerstags durchschnittlich noch 30 Gäste willkommen heißen. Und vor allem: Donnerstagabends haben wir bei unserem evangelistischen Programm deutlich mehr Besuch als mittwochs. Woran könnte das liegen?
Wie wirst du diese Erfahrung bewerten, die nun folgt, die ich neulich vom einem Gast erzählt bekommen habe? Die liebevolle Art seiner Deutschlehrerin erinnerte ihn an seine geliebten Tanten in der Heimat. Schon im Unterricht haben ein paar freundliche Mitarbeiter Kontakt mit ihm aufgenommen. Angekommen in dem Raum, wo wir zusammen Tee trinken und Pizza essen, wurde er zu einer Gruppe seiner Muttersprachler geleitet. In seinem Fall erlebte er etwas Besonderes, denn zwei Mitarbeiter dort stammen aus seiner Heimat. Irgendwann, in der geselligen Atmosphäre, wurde der evangelistische Teil des Abends begonnen. Als Teil dieses Programms können Fragen zum Evangelium gestellt werden, und unser Gast hatte viele Fragen, die unsere Mitarbeiter ernst nahmen. Letztendlich hörte er von der Hoffnung auf Jesus und seiner Liebe zu uns.
Vielleicht, außer der Begegnung mit Leuten aus seiner Heimat, hört sich das für dich nicht so besonders an. Aber für diesen jungen Mann war die Erfahrung jenes Abends ein Gegensatz zu dem, was er seit fast 30 Jahren erlebt hatte. In seiner Kindheit wurde ihm nichts über Gott beigebracht, nur die religiösen Pflichten, die man erfüllen müsse. Beim Koran- bzw. Arabisch-Unterricht in seiner Heimat gab es statt Liebe nur Strenge und Härte. Als er sich selbst tiefer mit seiner Religion beschäftigte, fand er statt einer Botschaft von Gottes Liebe zu allen Menschen, nach welcher er sich zutiefst sehnt, nur Drohungen. Zehn Jahre lang wusste er nicht, an wen er sich mit seinen Fragen und Zweifeln wenden konnte, denn Fragen waren nicht erlaubt.
Und dieser junge Mann steht leider für viele, die unser Programm besuchen. Wir erleben, dass immer mehr Menschen zu uns kommen, die von Gott vorbereitet sind. Ich bin froh, dass wir bei dieser Arbeit lernen dürfen, trotz aller Bemühungen, wie klein unsere Rolle ist. Dabei dürfen wir staunend zusehen, wie Gott unsere kleinen Beiträge nutzt, um seine Arbeit vollkommen zu machen.
Und gerade versuche ich diese gewonnene Erkenntnis zu einem Schwerpunkt meiner Arbeit zu machen. Letztes Jahr gab ich ein paar Trainings in der IBC. Daraus entstand eine kleine Gruppe, die sich trifft, um für unsere Kontakte zu beten. Wir beten, dass Gott uns hilft, ihnen in seiner Liebe zu dienen. Ich hoffe weiterhin, dass wir uns gegenseitig befähigen können, die Fragen unserer Kontakte zu beantworten.
Möchtest du auch Teil dieser wunderbaren Arbeit Gottes sein? Sprich mich gerne an.
Gebetsanliegen
- Danke für Gottes Liebe und sein Wirken im Café Hope
- Bitte für mehr Mitarbeiter im Fahrdienst und Unterricht
- Bitte für unsere Arbeiten und Gespräche
