Besuch, der zum Segen wird!
Liebe Gemeinde!
Ich gehe jede Woche mindestens zweimal in das Fitnessstudio bei mir um die Ecke. Der Grund dafür ist – abgesehen vom Gesundheitsaspekt –, dass ich Beziehungen zu Spaniern knüpfen möchte. Doch das hat in den letzten Jahren irgendwie nicht so richtig geklappt. Zwar kenne ich inzwischen die Angestellten und Trainer dort, aber mehr als ein Lächeln oder ein „Hallo“ kam mit ihnen nie zustande.
Doch seit ein paar Wochen ist das anders: Ich kenne mittlerweile viele Gesichter und kann während des Trainings zahlreiche Unterhaltungen führen. Der Grund dafür ist der Besuch von zwölf Studentinnen aus den USA Anfang März. Sie kamen von einem christlichen College in Iowa und spielen dort in einem Frauenfußball-Team. Über Kontakte meines ehemaligen Chefs hier in Cáceres nahmen sie an einem Austausch mit dem Frauenfußball-Team von Cáceres („el Cacereño“) teil.
Vormittags haben meine Kollegin Kristin und ich ihnen die Stadt gezeigt und von unserer Arbeit hier erzählt. Wir haben Gebetsspaziergänge gemacht, über Kultur und Religion in Spanien gesprochen und die Lebenszeugnisse der Mädels gehört. Nachmittags haben sie zusammen mit den Spielerinnen des Cacereño-Teams trainiert. Für die Iowa-Mädels war das eine echte Herausforderung, da die Cacereño-Frauen semi-professionell auf nationaler Ebene spielen – ihr Niveau ist also viel höher als das des Uni-Sports in den USA. Trotzdem haben sie sich tapfer geschlagen und dabei Kristin und mir Möglichkeiten eröffnet, mit den Trainern und Spielerinnen aus Cáceres ins Gespräch zu kommen.
Viele der Cacereño-Spielerinnen trainieren im Fitnessstudio, das ich besuche. Dadurch habe ich nun die Möglichkeit, den Kontakt, den ich auf dem Fußballfeld geknüpft habe, bei meinem Fitnesstraining weiter auszubauen. Zwei Spielerinnen konnte ich bereits zu „Only English“ einladen – einer Veranstaltung, die wir zweiwöchentlich anbieten, bei der Interessierte ihr Englisch üben können. Ich hoffe, dass wir dort oder bei einem Kaffee noch tiefere Gespräche führen können.
Das alles schreibe ich Euch nicht, um zu erzählen, dass ich eine regelmäßige Workout-Routine habe oder dass ich ein paar neue Freundinnen gefunden habe. Ich schreibe das, weil solche Kontakte einen zentralen Punkt meiner Arbeit hier darstellen. Die Gespräche auf dem Fußballfeld, beim Training oder bei einem Kaffee danach zeigen, wie Evangelisation für mich hier aussieht – oder besser gesagt, wie Gott Menschen in Spanien erreicht. Spanien ist ein Land der Beziehungen, und deshalb funktioniert auch Evangelisation über persönliche Kontakte.
Das klingt zunächst einmal recht simpel, kann aber auch herausfordernd sein. Denn es geht darum, echte Beziehungen aufzubauen, nicht nur Zweckfreundschaften einzugehen. Das bedeutet für mich, Zeit, echtes Interesse und Emotionen in diese Beziehungen zu investieren, damit ich mein Leben und auch Jesus mit ihnen teilen kann – auf der Vertrauensebene einer echten Freundschaft.
Der Besuch der amerikanischen Studentinnen war für uns hier also ein großer Segen, denn durch ihn haben sich neue Türen geöffnet und wertvolle Beziehungen entwickeln können.
Gebetsanliegen
- Danke für die amerikanischen Studentinnen und die wertvollen Begegnungen, die durch ihren Besuch entstanden sind
- Bitte für die Spielerinnen des Cacereño-Teams, dass sie Interesse an geistlichen Themen entwickeln
- Danke für die offenen Türen und neuen Beziehungen, die sich durch diesen Austausch entwickelt haben
- Bitte, dass die geknüpften Beziehungen weiter wachsen und tiefer werden
