Wie geht eigentlich Jüngerschaft?

Liebe Gemeinde,

es ist Montagnachmittag und ich sitze mit den Zwillingen Noa und Bet im Wohnzimmer von Kristin, meiner Kollegin. Wir treffen uns wöchentlich zu viert für eine Jüngerschaft. Während wir uns mit Kaffee, Keksen und Gummibärchen vollfuttern, unterhalten wir uns über die Gemeindefreizeit am Wochenende. Es ging um die Vision der Gemeinde: die Wichtigkeit von Jüngerschaft, Kleingruppen, die offen sind für Neue, wie wir die Menschen in unserer Umgebung für Jesus begeistern können. Die Mädels erzählen ehrlich! Einige Vorträge waren zu lang und eintönig, andere dagegen richtig spannend. Sie erzählen davon, wie sie die Anwendung dieser Vorträge schon in der Kleingruppe ihrer Eltern gesehen haben, weil dort jede Woche neue Teilnehmer dabei sind. Bet stellt fest, dass unsere Gruppe auch wie eine Kleingruppe ist und wir überlegen zusammen, ob wir mehr Leute einladen könnten. Noa fällt direkt eine Freundin ein, die sie fragen könnte. Aber beide haben uns in den letzten Wochen immer wieder von ihrem nicht-gläubigen Freundeskreis erzählt und, dass es nicht einfach ist über Gemeinde oder Glauben zu reden. Vielleicht würden sie sich gar nicht trauen ihre Freunde einzuladen?
Ich liebe es, wenn sie ehrlich sind oder wenn sie offen über ihre Zweifel reden! Das zeigt mir einerseits, dass sie uns vertrauen, dass unsere Gruppe für sie ein sicherer Ort geworden ist, an dem sie alles erzählen können. Andererseits hilft ihre Offenheit echte und tiefergehende Gespräche über alle möglichen Lebenssituationen zu haben.

Das ist Jüngerschaft: ein sicherer Ort, an dem man ehrlich sein kann.
Auch Kristin und ich reflektieren über das Gehörte und Erlebte auf der Gemeindefreizeit und wie wir es empfunden haben. Wir erzählen von unseren Kleingruppen und was wir an ihnen so schätzen.

Auch das ist Jüngerschaft: Leben teilen, Erfahrungen weitergeben.
Wir haben so lange geredet, dass es schon spät geworden ist. Eigentlich war für heute geplant, über das nächste Kapitel in unserem Buch zu reden. Gerade lesen wir  ein Buch über die großen Fragen des Lebens aus christlicher Sicht. Wir sprechen über Themen wie: „Ist die Bibel überhaupt wahr?“, „Warum reicht es für Gott nicht einfach gut zu sein?“ oder „Schließen sich Gott und die Wissenschaft aus?“.

Denn Jüngerschaft heißt auch: zusammen über Gott lernen und zusammen im Glauben wachsen.
Aber Bet hat es zeitlich nicht geschafft das ganze Kapitel zu lesen und Noa muss los, weil sie für eine Klausur morgen lernen muss. Also beschließen wir, das Thema auf die nächste Woche zu verschieben. Aber das ist ok, denn Jüngerschaft bedeutet nicht ein Programm durchzuziehen. Heute war es wichtiger für die Mädels über das auf der Gemeindefreizeit Gehörte zu reflektieren und im Gespräch mit uns die Anwendung für ihr eigenes Leben zu finden.

Jüngerschaft bedeutet nämlich: Schritte gehen im Leben mit Jesus. Aber dann fängt Noa an über ihr Klausurthema zu reden. Sie macht eine Ausbildung in der Gastronomie und hat morgen eine Prüfung über das Hühnerei. Begeistert erzählt sie uns was sie dazu schon gelernt hat und auch das was ihr noch fehlt und im Endeffekt bleiben beide dann doch viel länger als geplant.

Denn manchmal ist Jüngerschaft eben auch: etwas ganz praktisches wie ein Klausurthema abfragen oder Dinge über Eier lernen.

Wie geht eigentlich Jüngerschaft?

Gebetsanliegen

  • Dank für Noa und Bet und die Jüngerschaft mit ihnen
  • Bitte für Wachstum im Glauben der Zwillinge
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