Veränderung – Angstwort oder Chance

Veränderung. Was löst dieses Wort bei dir aus, Angst vor etwas Neuem oder Hoffnung, dass sich etwas ändert? Die letzten Wochen und Monate hat mich dieses Thema immer wieder beschäftigt. Ich merke, die Welt ist im Wandel. Überall, wo ich hinschaue, gibt es Veränderungen: wieder ein neues Computerprogramm, neue Richtlinien, ein neues Bezahlverfahren etc. Bei Wycliff Deutschland stehen dieses Jahr auch viele Veränderungen an, u.a. ein Wechsel in der Leitungsposition. Und auch das Projekt in Tansania steckt in grundlegenden Strukturveränderungen. Dabei ist es manchmal gar nicht so einfach den Blick auf das eigentlich Wichtige zu behalten.

Ich merke, dass ich mir in manchen Bereichen Veränderung wünsche – aber es passiert nichts. In anderen Bereichen sind es mir zu viele Veränderungen auf einmal. Denn Veränderung bedeutet auch immer Unsicherheit. Außerdem kostet jede Veränderung Kraft.

Da ist es gut, dass wir Christen zumindest eine Konstante haben. Gott ändert sich nicht. Er bleibt und ist treu. Trotz oder gerade wegen all der Veränderungen möchte ich Gott Raum geben. In einem Lied von Urban Life Worship heißt es:

Vor dir leg ich alles hin
Was mich quält und was ich bin
Alles geb ich dir Herr
Alles geb ich dir Herr

Vor dir leg ich alles hin
Was den Frieden von mir nimmt
Alles geb ich dir Herr

Ich schaffe Raum für dich
Tu was auch immer du willst Herr
Tu was auch immer du willst Herr

Das ist mein Gebet in dieser Zeit: dass wir trotz aller Unsicherheiten auf Gott schauen und ihm immer wieder das hinlegen, was uns Sorgen macht und ihm Raum geben, sodass Neues entstehen kann.

Abgesehen von all den Veränderungen, die um mich herum gerade passieren, habe ich die letzten Monate mit den Manda und Kisi an den Kolosser-, Philipper- und Epheserbriefen gearbeitet. Nach dem Überprüfen eines Briefes ist es meistens so, dass weitere Fragen aufkommen, vor allem zur genauen Bedeutung einzelner Wörter oder wie man bestimmte Dinge gut ausdrückt. Dafür holen sich die Übersetzer gerne Rat von weiteren Muttersprachlern ein. Außerdem legen sie Wert darauf, dass ihre Übersetzung von weiteren Muttersprachlern gelesen wird, bevor sie in den Druck geht. Somit reisen sie regelmäßig nach unserer gemeinsamen Überprüfung ins Sprachgebiet. So erzählte mir ein Übersetzer, dass sie vor kurzem im Sprachgebiet waren und ihr Testen mit einem Seminar verbunden haben. Als sie schließlich Bibelverse in ihrer Sprache vorgelesen haben, waren die Menschen sofort begeistert. Sie haben laut applaudiert und waren berührt, Gottes Wort in ihrer Sprache zu hören. Mir hat es wieder gezeigt, wie die Muttersprache auch eine Herzensangelegenheit ist. Es ist nicht einfach nur eine weitere Sprache. Für eine Volksgruppe bedeutet es die Welt.

Ende Oktober plane ich wieder nach Tansania zu fliegen. Dieses Mal werde ich in Tansania unter anderem an einer Konferenz teilnehmen. Es ist das erste Mal, dass alle Mitarbeiter, sowohl die vor Ort arbeiten und die, die in anderen Ländern wohnen und für Tansania arbeiten, zusammenkommen. Ich freue ich mich schon darauf, Mitarbeiter wiederzusehen, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe.

Es grüßt euch ganz herzlich,
Andrea

Veränderung – Angstwort oder Chance

Gebetsanliegen

  • Danke für das gelungene Überprüfen der drei Briefe und für eine ermutigende Erfahrung für die Übersetzer im Sprachgebiet
  • Bitte für die Vorbereitungen der Konferenz
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